Blog 2 - Gruppennoten

Aha-Erlebnis

Als Beobachter in der zweiten Runde zum Thema Gruppennoten hatte ich die Gelegenheit, das Mediations-Gespräch intensiver zu verfolgen, als wenn ich selbst in einer Rolle bin und mich auf diese konzentrieren muss. Dank dieser Beobachter-Rolle hatte ich auch ein Aha-Erlebnis. Und zwar konnte ich feststellen, wie schnell man mit einer kleinsten Bemerkung den Konfliktparteien das Gefühl geben kann, bevorzugt oder benachteiligt behandelt zu werden und wie genau man als Mediator auf seine Wortwahl achten muss. Das spezifische Beispiel in unserer Gruppe war, als die Mediatorin gesagt hat, dass sie es sehr respektiert, dass eine der Konfliktparteinen ein berufsbegleitetes Studium absolviert. Ohne dass sie das wollte, hat sie die Leistung der anderen Partei - die neben dem Vollzeitstudium keiner Beschäftigung nachgeht - schlechter bewertet als die Leistung der Partei mit einer Teilzeitstelle.


Mediation

In beiden Runden hat mir die Einleitung der mediierenden Person sehr gefallen. Es wurde genau geschildert, was der Hintergrund der Mediation ist, weshalb die Mediatorin bzw. der Mediator anwesend ist und wie der Verlauf der Mediaton sein wird. Auch das Abholen von ruhigeren Parteien habe ich als sehr positiv erlebt. Beide Punkte werde ich für mich beachten, wenn ich das nächste Mal bei einem Konfliktgespräch in der Rolle des Mediators sein werde. 


Konfliktsituation

Ein Landwirt fühlte sich bei der Umsetzung einer Trockenmauersanierung nicht miteinbezogen und hat unserer Firma vorgeworfen, nicht klar zu kommunizieren. Wenn ich dazu eine Mediaton machen würde, würde ich im Vorfeld sicherstellen, dass alle betroffenen Personen und Eigentumsverhältnisse - auch diejenigen, die nicht direkt auf dem Grundstück der Trockenmauer liegen - bekannt sind und bereits unterzeichnete Vereinbarungen im Kopf präsent sind. Die eigenen Interessen waren in diesem Fall der möglichst rasche und ungehinderte Start der Sanierungsarbeiten, das Hauptinteresse der anderen Partei war die Berücksichtigung der Partei in den Verhandlungsgesprächen. 

Kommentare

  1. Deine Ausführung bezüglich der Bevorzugung der Konfliktparteien kann ich absolut bestätigen. Die Wortwahl und auch das allgemeine gleichmässige miteinbeziehen der Konfliktparteien ist extrem wichtig, um jedem die gleiche Wertschätzung entgegenzubringen.

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  2. Bei dem von dir geschilderten Aha-Erlebnis ging es mir ähnlich. Schon im Augenblick, als die Mediatorin mir, bzw. der Rolle, die ich innehatte "gut zusprach", und ich einen Blick auf die andere Konfliktpartei warf, bemerkte ich, dass diese scheinbar kleine Bemerkung bereits viel ausgelöst hat und den weiteren Verlauf des Mediationsgesprächs ungünstig hätte beeinflussen können.

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  3. Lieber Stefan
    Danke, dass du dieses Aha-Erlebnis teilst! Das zeigt sehr gut, wie wichtig einfach beobachten und vertieftes reines Zuhören sein kann :) Das mit unserer Wortwahl - auch im Alltag - hat wirklich viel Einfluss auf wie Gespräche und Auseinandersetzungen aber eben auch Mediation verlaufen. Hier zeigt wie wichtig eine wirklich neutrale Einstellung der Mediationsperson ist. Schön finde ich deine Beobachtungen wie die Mediatiorin nebst diesem faux pas alles andere offensichtlich auch von den Betroffenen wahrgenommene souverän und ruhig und gezielt angegangen ist. Ich gratuliere euch allen dazu!
    Lieber Gruss, Margarida

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